Für Schwermetalle in Gewürzen enthält die EU-Kontaminantenverordnung eigene Grenzwerte für Blei, abgestuft nach Gewürzart. Getrocknete Kräuter haben dort keinen eigenen Bleiwert, sollten aber trotzdem geprüft werden, am besten mit einer Analyse auf Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber je Partie.
Viele Einkäufer müssen diese Prüfung ohnehin nachweisen, weil ihre Kunden Grenzwerte in die Spezifikation schreiben. Wichtig ist, dass Sie zwischen gesetzlichem Höchstgehalt und vertraglichem Wert unterscheiden.
Die Blei-Höchstgehalte für Gewürze
Die Verordnung (EU) 2023/915 nennt in Anhang I folgende Bleiwerte. Prüfen Sie die aktuelle konsolidierte Fassung, denn die Liste wird immer wieder angepasst.
- Samengewürze: 0,90 mg/kg
- Fruchtgewürze: 0,60 mg/kg
- Wurzel- und Rhizomgewürze: 1,50 mg/kg
- Rindengewürze: 2,0 mg/kg
- Knospengewürze und Blütenstempelgewürze: jeweils 1,0 mg/kg
- Nahrungsergänzungsmittel: 3,0 mg/kg
Cadmium, Quecksilber und Arsen
Bei unserer Durchsicht von Anhang I haben wir keinen eigenen Cadmium- oder Quecksilberwert für Gewürze oder getrocknete Kräuter als solche gefunden. Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es dagegen eigene Werte: 1,0 mg/kg Cadmium (mit Ausnahme bestimmter Erzeugnisse auf Seetangbasis) und 0,10 mg/kg Quecksilber. Geht Ihre Ware in eine Kapsel oder ein Pulver zur Nahrungsergänzung, müssen Sie den Wert am fertigen Erzeugnis einhalten, wie es in Verkehr gebracht wird.
Auch ohne eigenen Wert gilt das allgemeine Lebensmittelrecht, und Abnehmer legen oft strengere Werte fest. Lassen Sie sich von Ihrem Kunden sagen, was er tatsächlich erwartet, statt anzunehmen, dass keine Regel auch keine Anforderung bedeutet.
Welche Einstufung für welches Gewürz?
Die Gruppen richten sich nach der Einteilung im Pestizidrecht. Kurkuma und Ingwer gehören als Rhizome zur Gruppe mit dem höheren Wert, Kreuzkümmel, Koriander und Fenchel zu den Samengewürzen. Schauen Sie bei Grenzfällen im Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 nach und bitten Sie Ihr Labor oder Ihre Überwachungsbehörde, die Zuordnung zu bestätigen. Für verarbeitete und getrocknete Produkte regelt Artikel 3 der Verordnung (EU) 2023/915 den Umgang mit Trocknungs- und Verarbeitungsfaktoren. Wenn Sie als Unternehmer einen Faktor ansetzen, müssen Sie ihn gegenüber der Behörde belegen können.
Woher Schwermetalle kommen
Blattware wie Moringa und andere getrocknete Kräuter verdient hier besondere Aufmerksamkeit. Das Trocknen konzentriert die Stoffe, und eine Reinigung entfernt aus dem Gewebe aufgenommenes Metall nicht. Auffällig hohe Bleiwerte in leuchtend gelbem Kurkuma sollten Sie außerdem als möglichen Hinweis auf eine Verfälschung werten.
- Boden: geogene Belastung, Klärschlamm und Industrienähe
- Wasser: belastetes Bewässerungswasser
- Luft und Staub: Trocknung im Freien an stark befahrenen Straßen
- Anlage: Abrieb von Mühlen und Sieben, gerade bei schlecht gewarteter Technik
- Verfälschung: Bleichromat wurde in der Vergangenheit bei Kurkuma als Färbung gefunden
Die richtige Prüfung bestellen
Üblich ist die ICP-MS, die mehrere Metalle in einem Lauf bei niedrigen Nachweisgrenzen misst. Achten Sie auf folgende Angaben:
- Akkreditierung für die jeweilige Methode und Matrix
- Bestimmungsgrenze deutlich unterhalb Ihres Grenzwerts
- Ergebnis mit Einheit und Messunsicherheit, bezogen auf das Produkt, wie es gehandelt wird
- Partienummer und Datum der Probenahme
- Arsen: Klären Sie vorab, ob der Abnehmer Gesamtarsen oder anorganisches Arsen meint
Wie oft testen?
Für einen neuen Lieferanten oder eine neue Herkunft sollten Sie jede Partie prüfen. Auch bei bewährten Betrieben ist ein Test je Partie sinnvoll, wenn Sie Ware für Nahrungsergänzungsmittel oder Babynahrung einkaufen. In allen anderen Fällen kann Ihr Risikoprofil einen anderen Rhythmus rechtfertigen, solange sich die Bodenherkunft nicht ändert. Halten Sie die Begründung schriftlich fest. Wechselt der Betrieb das Anbaugebiet, den Rohwarenhändler oder die Mühle, beginnen Sie wieder mit einer Prüfung jeder Partie. Bewahren Sie außerdem Rückstellmuster auf, damit sich ein späterer Befund einer Partie zuordnen lässt. Wie Sie das Prüfzeugnis auswerten, erläutert Laboranalyse vor der Verschiffung.
Creston schreibt Metallgrenzen in Ihre Spezifikation, lässt Partien in einem NABL-akkreditierten Labor prüfen und überwacht die Verladung, für ein schriftlich vereinbartes Honorar. Sie kaufen direkt beim Betrieb. Um Ihren Prüfumfang festzulegen, können Sie ein kostenloses Sourcing-Gespräch vereinbaren.
