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Einkaufsagent in Indien: Wann er sich für deutsche Importeure lohnt

Ein Einkaufsagent in Indien lohnt sich, wenn Sie neu im Markt sind oder Werke und Partien unabhängig prüfen lassen möchten. Bei stabilen Lieferbeziehungen ist er oft unnötig.

· 3 Min. Lesezeit · Creston & Co

Ein Einkaufsagent in Indien lohnt sich für deutsche Importeure vor allem dann, wenn sie den Markt neu betreten, keine eigenen Leute vor Ort haben oder Werke und Partien unabhängig prüfen lassen möchten. Wer dagegen bereits einen geprüften Lieferanten, feste Spezifikationen und einen eingespielten Ablauf hat, braucht meist keinen.

Die eigentliche Frage ist also nicht, ob Agenten nützlich sind. Es geht darum, welche Aufgabe Ihnen derzeit fehlt und ob ein Dritter sie günstiger und zuverlässiger erledigen kann als Ihr eigenes Team.

Wann sich ein Einkaufsagent in Indien lohnt

  • Sie suchen ein neues Werk und können Selbstauskünfte nicht einordnen.
  • Sie wollen Indien als zweite Herkunft aufbauen, etwa neben China.
  • Ihre Kunden verlangen Rückverfolgbarkeit bis zum Werk und belegte Prüfungen.
  • Sie hatten bereits Abweichungen zwischen Muster und Serienware.
  • Eine Reise nach Indien für jede Partie steht in keinem Verhältnis zur Bestellung.
  • Es fehlt Ihnen die Zeit, Dokumente und Laborberichte vor jeder Verschiffung abzugleichen.

Wann Sie keinen brauchen

Ein Agent ist nicht immer die richtige Antwort. Wenn Sie über Jahre ein gut bekanntes Werk nutzen, die Ergebnisse stabil sind und Sie eigene Prüfungen beauftragen, bringt eine weitere Stelle oft nur wenig. Das gilt auch für kleine, gelegentliche Mengen, die Sie einfacher im deutschen Großhandel kaufen. Für die Abwägung lesen Sie unseren Beitrag zu Direktimport oder Großhandel. Auch ein Prüfdienstleister, den Sie nur für einzelne Inspektionen beauftragen, kann ausreichen.

Für wen arbeitet der Agent wirklich?

Das ist die wichtigste Frage. Im Markt gibt es Vermittler, die vom Werk eine Provision erhalten. Daran ist nichts Verbotenes, aber ihr Interesse liegt dann im Abschluss und nicht unbedingt in Ihrer Ablehnung einer schlechten Partie. Ein Agent auf der Käuferseite wird dagegen von Ihnen beauftragt. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, wer ihn bezahlt, ob vom Lieferanten Geld fließt und wie Interessenkonflikte offengelegt werden.

Sinnvoll ist auch die Frage, ob der Agent die Ware selbst verkauft. Ein Anbieter, der eigene Ware liefert, ist ein Händler. Er kann gut sein, doch er ist kein unabhängiger Prüfer. Mehr dazu steht in unserer Übersicht über Hersteller, Händler und Agenten.

Was vertraglich festgelegt sein sollte

  • Leistungsumfang: Werksuche, Audit, Musterprüfung, Partienprüfung, Verladeaufsicht, Dokumentenkontrolle.
  • Vergütung: Was wird bezahlt, wann, und welche Kosten wie Laborprüfungen kommen hinzu?
  • Unabhängigkeit: Erklärung zu Zahlungen und Beteiligungen von Lieferanten.
  • Berichte: Welche Fotos, Protokolle und Originalberichte erhalten Sie, und wann?
  • Abgrenzung: Der Kaufvertrag besteht zwischen Ihnen und dem Werk, und die rechtliche Verantwortung als Importeur bleibt bei Ihnen.

Fragen beim ersten Gespräch

Ein gutes Gespräch zeigt schnell, ob jemand Ihre Branche versteht. Fragen Sie nach dem Vorgehen, wenn eine Partie durchfällt, und danach, wer die Proben zieht und versiegelt. Lassen Sie sich außerdem das Berichtsmuster eines Audits zeigen. Ein Agent sollte auch die EU-Besonderheiten kennen, zum Beispiel die Prüfung auf Ethylenoxid und 2-Chlorethanol sowie die Höchstgehalte nach Verordnung (EG) Nr. 396/2005. Er ersetzt aber weder Ihr HACCP-Konzept noch Ihren Zollagenten.

Den Nutzen realistisch rechnen

Stellen Sie die Kosten eines Agenten den Kosten gegenüber, die Sie sonst tragen würden: eigene Reisen, Arbeitszeit im Einkauf und in der Qualitätssicherung, fehlgeschlagene Lieferungen, Rücksendungen und verlorene Kundenaufträge. Wichtig ist ein ehrlicher Vergleich mit Ihrem bisherigen Ablauf. Welche Punkte in die Gesamtrechnung gehören, zeigt unser Beitrag zu den Einstandskosten. Beginnen Sie am besten mit einer einzelnen Bestellung. Danach können Sie entscheiden, ob Sie die Zusammenarbeit fortsetzen oder den Prozess selbst übernehmen.

So hilft Creston

Creston & Co ist ein Sourcing-Agent in Indien auf der Käuferseite. Wir verkaufen keine Ware, sondern suchen und auditieren Werke, lassen jede Partie in einem NABL-akkreditierten Labor prüfen, überwachen die Verladung und kontrollieren die Exportdokumente, für ein schriftlich vereinbartes Honorar. Sie kaufen direkt beim Werk. Der Beitrag zur Erstbestellung zeigt die Schritte im Einzelnen. Wenn Sie klären möchten, ob sich das für Sie lohnt, können Sie ein kostenloses Sourcing-Gespräch vereinbaren.