Gewürze aus Indien direkt zu importieren lohnt sich vor allem bei planbaren, größeren Mengen und wenn Sie eine eigene Qualitätssicherung haben. Der Großhandel in Deutschland passt besser, wenn Sie kleine Mengen, viele Artikel oder kurze Lieferzeiten brauchen oder das Importrisiko nicht selbst tragen möchten.
Die Entscheidung hängt selten am reinen Einkaufspreis. Ausschlaggebend sind Ihre Rolle als Lebensmittelunternehmer, Ihre Lagerkapazität, Ihr Zahlungsziel und die Frage, wie viel Kontrolle Ihre Kunden verlangen.
Was sich beim Direktimport ändert
Wer direkt einführt, wird selbst zum Importeur. Damit übernehmen Sie Pflichten, die sonst Ihr Großhändler trägt. Eingeführte Lebensmittel müssen die Anforderungen des EU-Rechts erfüllen, und Ihr Unternehmen muss die Rückverfolgbarkeit sicherstellen. Sie sind auch der Ansprechpartner, wenn die Lebensmittelüberwachung eine Probe zieht oder eine Ware beanstandet. Prüfen Sie außerdem mit Ihrer zuständigen Behörde, ob Ihr Betrieb als Lebensmittelunternehmen registriert ist.
Hinzu kommt die Finanzierung. Ware wird üblicherweise teilweise vor der Verschiffung bezahlt und ist dann mehrere Wochen auf See. Außerdem übernehmen Sie das Risiko von Verzögerungen und von Fehlmengen. Eine Liste der Kostenarten finden Sie im Beitrag zu den Einstandskosten.
Direktimport oder Großhandel: die Abwägung
- Menge: Direktimport wird mit vollem Container oder gut planbaren Teilmengen sinnvoll; kleine Mengen eines Artikels sind im Großhandel einfacher.
- Sortiment: Wer zwanzig Gewürze in kleinen Mengen braucht, spart mit einem Großhändler viel Abstimmungsaufwand.
- Spezifikation: Eigene Anforderungen an Körnung, Behandlung oder Rückstände lassen sich am Werk direkter festlegen.
- Rückverfolgbarkeit: Beim Direktimport kennen Sie das Werk. Beim Großhandel hängen Sie von dessen Offenlegung ab.
- Lieferzeit: Lagerware aus Deutschland ist sofort verfügbar, Direktimport braucht Vorlauf.
- Risiko: Beanstandungen und Rückrufe treffen beim Direktimport zuerst Sie.
Was der Großhandel leistet
Ein guter Großhändler ist mehr als ein Zwischenlager. Er bündelt Einkauf, bewertet Ernten, hält Bestände vor, lässt prüfen und liefert kurzfristig in kleinen Einheiten. Gerade Gewürze sind ein Fachgebiet mit vielen Herkünften, und diese Erfahrung hat ihren Wert. Wenn Sie nur gelegentlich kaufen, ist es meist vernünftiger, dafür zu bezahlen, als selbst einen Importprozess aufzubauen. Einen Blick auf den Standort Hamburg bietet unser Beitrag Gewürzhändler in Hamburg oder Direktimport.
Das besondere Risiko bei indischen Gewürzen
Einige Gewürzgruppen aus Indien unterliegen wegen Pestizidrückständen erhöhten Kontrollen an der EU-Grenze. In der von uns zuletzt eingesehenen Fassung der Verordnung (EU) 2019/1793 (Änderungen bis Februar 2026, im Juni 2026 erneut geändert) waren für Indien unter anderem Einträge für Pfeffer und Capsicum (0904), Saatgewürze wie Kreuzkümmel, Fenchel und Koriander (0909) sowie Ingwer, Kurkuma und andere Gewürze (0910) enthalten. Die Einträge und Kontrollhäufigkeiten ändern sich regelmäßig. Für gelistete Waren bedeutet das je nach Anhang vorherige Anmeldung, mögliche Proben im Hafen und gegebenenfalls amtliche Dokumente aus dem Ursprungsland.
Beim Direktimport planen Sie diese Schritte selbst. Klären Sie den aktuellen Eintrag für jedes Produkt mit Ihrem Zollagenten, bevor Sie einen Einkaufspreis beurteilen.
Der Mittelweg
Sie müssen sich nicht für alle Artikel gleich entscheiden. Viele Einkäufer importieren ihre zwei oder drei Mengenprodukte direkt und beziehen den Rest weiter über den Großhandel. So können Sie Erfahrung mit einem Produkt sammeln, ohne Ihre gesamte Versorgung umzustellen. Prüfen Sie dafür Folgendes:
- Welche Artikel machen den größten Teil Ihrer Jahresmenge aus?
- Welche davon haben stabile Spezifikationen und eine lange Haltbarkeit?
- Für welche Artikel fordern Ihre Kunden eine genaue Herkunft?
- Wer übernimmt bei Ihnen die Dokumentenprüfung und die Bewertung der Laborwerte?
- Können Sie eine Lieferung auffangen, die sich um mehrere Wochen verzögert?
Wie Sie den ersten Schritt testen
Beginnen Sie mit einem einzelnen Artikel und vergleichen Sie Ihre tatsächlichen Einstandskosten mit dem aktuellen Großhandelsangebot, und zwar einschließlich Prüfungen, Finanzierung und Lagerung. Beziehen Sie auch die eigene Arbeitszeit ein. Eine Teilladung kann helfen; Einzelheiten stehen im Beitrag zu Container oder Teilladung. Zu Steuer- und Zollfragen sollten Sie vorab Ihren Berater und Ihren Zollagenten hinzuziehen.
So hilft Creston
Wenn Sie den Direktimport wählen, unterstützt Creston & Co Sie bei den Schritten in Indien: Werksauswahl und Audit, Prüfung jeder Partie in einem NABL-akkreditierten Labor, Überwachung der Verladung und Kontrolle der Exportdokumente, für ein schriftlich vereinbartes Honorar. Sie kaufen direkt beim Werk. Wenn Sie abwägen möchten, ob sich der Schritt lohnt, können Sie ein kostenloses Sourcing-Gespräch vereinbaren.
