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Einstandskosten kalkulieren: Welche Posten Sie einplanen müssen

Zu den Einstandskosten gehören Ware, Prüfung, Fracht, Versicherung, Hafen, Zoll, amtliche Kontrollen, Finanzierung und Lager. Erst die volle Summe macht Angebote vergleichbar.

· 3 Min. Lesezeit · Creston & Co

Wer Einstandskosten kalkulieren will, rechnet alle Kosten zusammen, bis die Ware geprüft und verwendbar in Ihrem Lager liegt. Neben dem Warenpreis gehören dazu Vorlaufprüfungen, Fracht, Versicherung, Hafenkosten, Zollabgaben, amtliche Kontrollen, Finanzierung, Lagerung und ein Ansatz für das Ausfallrisiko.

Dieser Beitrag nennt bewusst keine Beträge, denn Frachtraten, Rohwarenkosten und Abgaben ändern sich laufend. Er gibt Ihnen eine vollständige Postenliste, die Sie mit aktuellen Angeboten füllen. Am Ende steht eine Zahl je Kilogramm verwendbarer Ware, und erst diese Zahl vergleicht zwei Lieferanten fair.

Kosten vor der Verschiffung

Klären Sie zuerst, was der Angebotspreis enthält. Ein FOB-Preis endet an einer anderen Stelle als ein CIF-Preis, und ein Ab-Werk-Preis lässt Ihnen den gesamten Vorlauf in Indien. Lassen Sie sich die vereinbarte Incoterms-Regel samt benanntem Ort schriftlich bestätigen. Danach erfassen Sie:

  • Warenwert nach Form, Qualitätsstufe und gegebenenfalls Dampfbehandlung
  • Verpackung, zum Beispiel Karton mit versiegeltem Polyethylen-Inliner, und Palettierung, falls gewünscht
  • Mustersendungen und Prüfungen im eigenen Labor während der Freigabe
  • Laboranalysen je Partie, etwa Feuchte, Mikrobiologie, Salmonellen, Ethylenoxid und Pestizidrückstände
  • Werksaudit, Verladeaufsicht und Dokumentenprüfung
  • Inlandstransport in Indien und Ausfuhrabfertigung, soweit der Preis sie nicht einschließt

Fracht, Versicherung und Hafen

Für eine Sendung nach Hamburg oder Bremerhaven kommen Seefracht, Bunker- und andere Zuschläge, Terminalgebühren im Abgangs- und Ankunftshafen, Dokumentengebühren, Transportversicherung und der Nachlauf zu Ihrem Lager hinzu. Planen Sie außerdem einen Puffer für Standgeld und Containermiete ein, falls Kontrollen die Abholung verzögern. Lassen Sie sich die Freizeiten der Reederei vorab nennen.

Die Containerauslastung verändert jede Rechnung. Flocken füllen einen 20-Fuß-Container oft schon deutlich unter 10 Tonnen, Pulver und Granulat laden erheblich mehr Gewicht. Rechnen Sie deshalb mit der letzten tatsächlichen Verladung derselben Form im Werk, nicht mit einem theoretischen Wert. Bei kleinen Mengen hilft unser Beitrag Container oder Teilladung.

Zoll und Einfuhrumsatzsteuer richtig einplanen

Ihr Zollsatz hängt an der genauen Codenummer und am Ursprung. Prüfen Sie ihn im TARIC und lassen Sie die Einreihung von Ihrem Zollagenten bestätigen. Dabei hilft der Überblick zu den Zolltarifnummern für Trockenzwiebeln und Knoblauch. Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien wurde im Januar 2026 ausverhandelt. Prüfen Sie seinen aktuellen Stand, bevor Sie mit einer Präferenz rechnen.

Beachten Sie die Bemessungsgrundlage. Nach den Hinweisen des deutschen Zolls ist sie für die Einfuhrumsatzsteuer grundsätzlich der Zollwert, und auch Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU können einfließen. Zum Zollwert zählen in der Regel die Beförderungskosten bis zum Ort des Verbringens in die EU. Ob und wann Sie die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen können, klären Sie mit Ihrem Steuerberater. In der Kalkulation ist sie oft weniger ein Kostenposten als eine Frage der Liquidität.

Kontrollen, Finanzierung und Lager

Diese Posten fehlen in vielen ersten Kalkulationen, obwohl sie den Abstand zwischen zwei Angeboten bestimmen können:

  • Gebühren für amtliche Kontrollen, Probenahme und Containeröffnung, falls die Sendung ausgewählt wird
  • Eigene Eingangsprüfung in Deutschland und Rückstellmuster
  • Honorar des Zollagenten und mögliche Transitkosten
  • Kapitalbindung von der Anzahlung bis zum Verkauf, einschließlich Laufzeit und Sicherheitsbestand
  • Akkreditivgebühren oder Kreditkosten sowie Währungssicherung
  • Lagerkosten trockener Lagerung und gegebenenfalls Umpacken
  • Ein Ansatz für Ausfall, Reklamation und mögliche Rücksendung oder Vernichtung

So vergleichen Sie zwei Angebote

Legen Sie für jeden Anbieter dieselbe Tabelle an und nehmen Sie dieselbe Spezifikation als Basis. Ein Angebot mit höherer Feuchte, ohne Dampfbehandlung oder ohne Prüfung auf Ethylenoxid ist kein günstigeres Angebot, sondern ein anderes Produkt. Rechnen Sie anschließend mit der verwendbaren Menge: Was Sie aussortieren oder wegen Klumpen und Körnungsabweichungen nur eingeschränkt nutzen können, verteuert das Kilogramm.

Führen Sie außerdem eine zweite Rechnung mit einem ungünstigen Fall: längere Laufzeit, eine amtliche Probenahme und eine Partie, die nachgeprüft werden muss. So sehen Sie, wie viel Spielraum Ihr Verkaufspreis wirklich hat. Bewerten Sie auch, wie schnell ein Ersatz verfügbar wäre, denn ein Produktionsstillstand kostet oft mehr als die Ware selbst.

Creston prüft für Sie Werke in Indien, lässt jede Partie in einem NABL-akkreditierten Labor testen, überwacht die Verladung und kontrolliert die Ausfuhrdokumente, für ein schriftlich vereinbartes Honorar, das von Anfang an in Ihre Kalkulation gehört. Sie kaufen direkt beim Werk. Um Ihre Postenliste durchzugehen, können Sie ein kostenloses Sourcing-Gespräch vereinbaren.