Eine Eigenmarke mit Gewürzen aus Indien bauen Sie am besten schrittweise auf: kleines Sortiment, klare Spezifikationen, geprüfte Rohstoffe und eine Kennzeichnung, die in der EU Bestand hat. Der Marktauftritt entscheidet über den Verkauf, die Lieferkette dahinter entscheidet über das Risiko, das bei Ihnen landet.
Der wichtigste Punkt lautet: Wer unter eigenem Namen vermarktet, steht für das Produkt ein. Nach Artikel 8 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 ist für die Lebensmittelinformationen der Unternehmer verantwortlich, unter dessen Namen das Lebensmittel vermarktet wird, oder der Importeur, wenn dieser Unternehmer nicht in der EU niedergelassen ist. Klären Sie Einzelheiten mit Ihrer Rechtsberatung und Ihrer zuständigen Lebensmittelüberwachung.
Sortiment wählen, bevor Sie Etiketten gestalten
Beginnen Sie mit wenigen Produkten, deren Rohstoff Sie wirklich prüfen können. Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel, Zwiebel- und Knoblauchprodukte sind einfache Einstiegspunkte. Mischungen wirken attraktiver, doch jede zusätzliche Zutat bringt eine weitere Spezifikation, einen weiteren Prüfaufwand und neue Fragen zu Allergenen mit sich. Formulieren Sie zuerst Ihr Versprechen an den Kunden: Herkunft, Geschmack, Bio oder eine bestimmte Anwendung.
Prüfen Sie, ob sich das Versprechen auch belegen lässt. Aussagen wie „aus Indien“ müssen zum Ursprung passen, und ein Bio-Hinweis verlangt die entsprechende Zertifizierung. Der Beitrag zu Bio-Gewürzen aus Indien erklärt, was dabei zu beachten ist.
Wo Sie abfüllen: Indien oder Deutschland
- Abfüllung in Deutschland: Sie importieren Bulkware und packen näher am Markt. Das erlaubt kurzfristige Etikettenänderungen, kleinere Abfüllmengen und frischere Ware im Regal, verlangt aber einen geeigneten Lohnabfüller oder Betrieb.
- Abfüllung in Indien: Das Werk liefert fertige Verkaufseinheiten. Sie brauchen dann auf der Ware korrekte Etiketten in deutscher Sprache, ausreichende Vorlaufzeiten und freigegebene Druckdaten, bevor produziert wird.
- Prüfung beider Wege: Vergleichen Sie Mindestmengen, Etikettenänderungen, Lagerbindung, Haltbarkeit im Regal und die Kosten für Nacharbeit.
- Packstoffe: Verlangen Sie die Konformitätserklärung für Lebensmittelkontaktmaterialien und testen Sie Aromaverlust und Feuchtigkeitsschutz in der gewählten Verpackung.
Rohstoffqualität für eine Gewürz-Eigenmarke
Ein Eigenmarkenprodukt lebt von gleichbleibender Qualität. Halten Sie Aussehen, Aroma, Körnung und Reinheit gegen ein versiegeltes Referenzmuster fest. Prüfen Sie jede Partie auf Mikrobiologie, Salmonellen, Ethylenoxid, Pestizide und je nach Gewürz auf Mykotoxine, Schwermetalle und Verfälschung. Gemahlene Ware ist schwerer zu beurteilen als ganze Samen, und deshalb braucht sie eine strengere Prüfung. Der Beitrag zur Verfälschung bei Gewürzen nennt die typischen Risiken.
Verlangen Sie außerdem bei jeder Rohstoffquelle die Rückverfolgung bis zur Partie und sprechen Sie Änderungen vorab ab. Wenn Sie den Lieferanten wechseln, kann sich auch der Geschmack im Regal ändern, und Ihre Stammkunden bemerken das.
Was auf dem Etikett stehen muss
Diese Liste ersetzt keine Prüfung Ihres konkreten Etiketts. Lassen Sie den Entwurf vor dem Druck fachlich prüfen und klären Sie Herkunftsaussagen, Nährwerte und Ausnahmen, bevor Sie größere Auflagen drucken. Unser Beitrag zu Rückverfolgbarkeit und Etikettierung vertieft das Thema.
- Bezeichnung des Lebensmittels und gegebenenfalls Zutatenverzeichnis
- Hervorgehobene Allergene, zum Beispiel Senf oder Sellerie in Mischungen
- Nettofüllmenge und Mindesthaltbarkeitsdatum
- Besondere Anweisungen für Aufbewahrung und Verwendung, wo nötig
- Name oder Firma und Anschrift des verantwortlichen Unternehmers
- Los- oder Chargennummer zur Rückverfolgung
- Nährwertangaben, soweit keine Ausnahme greift
Mit einer Probeserie starten
Starten Sie mit einer kleinen, vollständig dokumentierten Bestellung. Prüfen Sie den ganzen Weg: Muster, Vertrag, Laborergebnis, Verladung, Einfuhr, Abfüllung, Etikett und Kundenreaktion. Der Beitrag zu den häufigsten Fehlern beim ersten Import hilft bei der Vorbereitung. Erst wenn eine Serie sauber durchgelaufen ist, lohnt es sich, Sortiment und Mengen auszubauen. Dokumentieren Sie zudem, was anders lief als erwartet, denn daraus entsteht Ihr Standard für jede weitere Partie.
Creston sucht und auditiert für Ihre Eigenmarke Werke in Indien, lässt jede Partie in einem NABL-akkreditierten Labor testen, überwacht die Verladung und kontrolliert die Ausfuhrdokumente, für ein schriftlich vereinbartes Honorar. Sie kaufen direkt beim Werk und behalten die Marke in der eigenen Hand. Um Ihr Sortiment zu besprechen, können Sie ein kostenloses Sourcing-Gespräch vereinbaren.
